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A Fairground Jazz Affair

Old Time Jazz Band mit Kilbi-Orgel

Diese CD-Produktion ist in jeder Hinsicht einzigartig und etwas bis anhin noch nie dagewesenes! Anhand dieser gesammelten Fragen, die uns gestellt wurden, geben wir hier einen Einblick in diese spannende Entstehung:


Die Orgel

Wie funktioniert diese Orgel?

Die Pfeifen, Trommeln und anderen Instrumente werden pneumatisch-mechanisch gespielt. Angetrieben werden sie aber mit einem elektrischen Aggregat. Am Drehrad ist noch ein Griff vorhanden, doch der ist ausser Betrieb und eher Dekoration. Es wäre ein riesigen Stress, diese Wunderwerke per Muskelkraft anzutreiben...


Wie kommen die Stücke in die Orgel?
Die Songs sind in Karton-Lochkarten geschnitten. Hergestellt werden diese Lochkarten mit einer CNC-gesteuerten Maschine in Amsterdam/NL. Angeliefert wird eine Partitur. Diese bildet die Grundlage für das zu arrangierende Stück.


Wo kann man diese Orgeln sehen?
Wenn eine Orgel nicht gerade "On The Road" ist, dann stehen sie in der Lagerhalle von Fritz Müller in Müllheim/TG. Sie sind nicht öffentlich zugänglich. Sollte es der Terminkalender von Fritz Müller erlauben, dann zeigt er sie gerne mit viel Enthusiasmus und guten Infos. Ein Anruf ergibt vielleicht einen Termin...

 

Die Aufnahme der Orgel

Wie wurde die Orgel aufgenommen?

Im mobilen Studio der Hardstudios, Winterthur war eine 8-Spur Digitalmaschine. Die Mikrofonierung wurde durch Studiobesitzer Moritz Wetter hervorragend gelöst: Statt einer räumlichen Aufnahme stellte er die Mikrophone sehr nahe an die einzelnen Register. So war es möglich, nachträglich diese Register fast komplett auszublenden.


Was war das Hauptproblem bei der Aufnahme der Orgel?
Die Ungewissheit! Zu Beginn hatten wir nämlich noch überhaupt keine Ahnung, wie dieses Projekt technisch weitergeführt werden konnte.

Ansonsten mussten wir uns noch auf weitere Ungewissheiten gefasst machen wie zum Beispiel die Intonation der Orgel: Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren es in der Halle knappe 5 Grad Celsius. Oder die Lochkarten, wie exakt sie betreffend Timing hergestellt waren.

 

Arrangieren und Schneiden der Orgel


Welche Philosophie bestimmte das Arrangieren?
Wie im Booklet der CD bereits erwähnt klingen die Orgelstücke in sich voll und fertig. Das grosse Frage war: Wie gestaltet man die 14 Songs, damit sie abwechslungsreich und interessant erscheinen?


Wie wurde die Orgel geschnitten?
Nachdem von den 14 Songs die jeweils 8 Spuren auf eine HardDisc gespielt wurden, erschienen sie als Balken auf dem Bildschirm des Apple Macintosh. Die Audio-Software ProTools ermöglichte ein Zuschneiden auf beinahe 100stel-Sekunde genau.

 

Die Arrangements der Band

Wieso enthält diese CD so wenige Old Time Jazz-typische Kollektiv-Improvisationen?
Die Arrangements der Orgel sind in sich schon sehr lebendig und quirlig. Wenn jetzt die Band auch noch überwiegend lebendige und quirlige Kollektive auf die CD spielt, kann das sehr bald mal nervös wirken. Aus diesem Grund wurden die kollektiven Impros auf ein Minimum reduziert und statt dessen mehrstimmig gesetzte Arrangemente eingesetzt.


Ist es nicht ein klein wenig Betrug, wenn auf der CD sechs Musiker aufgeführt sind, auf der CD aber teilweise halbe Big Bands erklingen?
Keineswegs! SWISS OLD TIME SESSION besteht ja aus über 180 Musikern. Und da wären noch ganz andere Konstellationen möglich gewesen. Wir sehen das Ganze als ein Projekt und nicht als eine fixe Band. Deshalb haben wir uns die Freiheit genommen, die sich bietenden Möglichkeiten im Studio auszunützen und gewissen Stücken ein spezielles Flair zu verleihen.


Wie sind die Instrumentierungen bei diesen gewissen Stücken?
Hier ist eine Liste mit den Songs, wo nicht die Sechser-Standart-Besetzung mit Schlagzeug, Sousaphon, Banjo/Gitarre, Posaune, Trompete und Saxophon gespielt werden:


Hello Dolly:

Special Guest Ceo Benedetti sen. an der Stimme, ein minimal erweiterter Bläsersatz mit Posaune, Trompete, Bariton Saxophon und Tenor Saxophon


American Patrol:

3 Trompeten, Alt-Saxophon, Tenor-Saxophon, Bariton-Saxophon und Posaune


Insider-Blues:

Im Schlusschorus spielt ein klassischer Saxophon-Satz mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bariton-Saxophon


Undecided:

Schlagzeug, Sousaphon, Gitarre und Tenor-Saxophon


Bye Bye, Blackbird:

Oooops - Ein Saxophon-Eldorado! Im ersten Chorus erklingt ein Four-Brothers Satz mit drei Tenor-Saxophonen und einem Bariton-Saxophon. Das fünfstimmige Solo spielt ein Big Band-Satz mit zwei Alt-, zwei Tenor- und einem Bariton-Saxophon. Der Schlusschorus bestreitet wie im Insider-Blues ein klassischer Vierersatz.

 

Die Aufnahme der Band


Wie lange dauerten die Aufnahmen?
Die Rhythm'-Section erledigte ihre Aufgabe in Form von sämtlichen Basics und allen Soli in zwei Tagen. Dann waren die Hörner an der Reihe. Nach drei Studiotagen waren alle Sätze, die kollektiven Impros und sämtliche Soli eingespielt.


Ist es nicht unüblich, Rhythm'-Section und Gebläse getrennt aufzunehmen?
In der Tat! Doch was war an dieser Produktion nicht unüblich?!? Spass beiseite: Ja, es ist nicht die Regel, die beiden Einheiten im Studio getrennt einzuspielen.

Doch wir mussten mit Schwierigkeiten betreffend Tempo rechnen, wenn wie beispielsweise in Chicago die Orgel aussetzt und nachher wieder einsetzt. Damit diese Einsätze hypergenau erfolgen mussten Schlagzeug, Sousaphon und Banjo/Gitarre nach einem sogenannten "Click" (Metrum oder Metronom) auf dem Kopfhörer spielen. Dies ist enorm schwierig, aber durch die Trennung von Rhythmus und Gebläse konnten wir die Fehlerquote und so den zeitlichen Aufwand tief halten.

 

Der Mix


Wie lange dauerten die Misch- und Masterarbeiten?
Damit die Ohren gut "durchgelüftet" werden konnten und wir etwas Distanz zu den Aufnahmen gewinnen konnten, legten wir bis zum Mix eine Pause von etwa zwei Wochen ein. Für Mix und Mastering wurden zwei Tage aufgewendet.


Was sollen die Geräusche auf der CD?

Um dieser Produktion etwas Ambiente und ein besonderes Flair zu verleihen nahm ich im Herbst 2000 an der Lozärner Määs mit einem MiniDisc-Recorder eine Stunde Material auf.

Damit die Kilbi-Atmosphären jedoch nicht Überhand nahmen, beschränkten wir den Einsatz auf ein – wie wir finden – ideales Minimum.

Vor allem der Beginn der CD soll dem Zuhörer das Gefühl vermitteln, an einem Jahrmarkt zuerst von weit her eine Orgel zu vernehmen und darauf zuzugehen. Setzen sie sich vor die Boxen und schliessen sie die Augen - der Effekt ist wirklich gelungen!

 

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